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Vita / Meine Arbeit - Radierungen (Druckgrafik) - Marlene Mintert - Malerei (Mischtechnik)

Marlene Mintert
geboren in Eschweiler Krs. Aachen
Grafik-Design-Studium FH Düsseldorf
Diplom-Designerin
Grafikerin in Werbeabteilung eines Kölner Großkonzerns
freie künstlerische Tätigkeit seit 1985
Einrichtung einer Radierwerkstatt
zahlreiche Ausstellungen
Grafik-Editionen
Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler/innen (BBK)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im März 2018 sind mit Beschluss der Deutschen UNESCO-Kommission Künstlerische Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks, Durchdrucks und deren Mischformen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Dieses Verzeichnis zeigt exemplarisch, welche lebendigen kulturellen Traditionen und Ausdrucksformen in Deutschland praktiziert und weitergegeben werden. Es würdigt kreative und inklusive immaterielle Kulturformen und deren reichen Schatz an Erfahrungswissen.
 
Das grafische Tiefdruck-Verfahren der Radierung ist für mich das bevorzugte künstlerische Ausdrucksmittel. Die relativ kleine Fläche der Kupfer- oder Zinkplatte empfinde ich immer wieder als Herausforderung. Es gilt, sich voll und ganz auf das begrenzte Aktionsfeld zeichnerisch und bildnerisch zu konzentrieren.
Ich beginne mit Ideenskizzen auf Papier, lege damit die Schwerpunkte der Komposition fest. Das Radieren wird durch die drei Elemente Punkt, Strich und Fläche bestimmt. Durch das Zusammentreffen von Punkten und Linien entstehen Verdichtungen, ihr Fehlen erzeugt Öffnungen und Freiräume.
Mit der  Stahlnadel ritze ich die Zeichnung in den Ätzgrund (Wachs-Harz-Schicht) auf der Platte.
Beim Ätzvorgang im Säurebad greift die Säure das Metall dort an, wo ich die Zeichnung in den Ätzgrund geritzt habe. Die chemischen Reaktionen sind nicht vollständig berechenbar. Zufällig entstandene lineare Strukturen auf der Platte beziehe ich immer wieder in meine Konzeption mit ein. Dadurch kommt es oft zu einer Veränderung der ursprünglichen Entwürfe, Zufälligkeiten werden so zu unverzichtbaren Bestandteilen der Kompositionen.
Nach jedem Ätzvorgang zeigt sich der Arbeitsfortschritt auf einem Probedruck von der Druckpresse. Korrekturen und Ergänzungen skizziere ich dann direkt auf diesem Blatt, um mich dann wieder der Platte zuzuwenden. Dabei werden im Anschluss an eine abgeschlossene Strichätzung die Flächenätzungen (Aquatinta) vorgenommen.
Die verschiedenen Ätzvorgänge initiieren Überraschungen und führen zu Veränderungen der Konzeption. Immer wieder ist dabei eine Rückkehr zum darstellerischen Ursprung notwendig, zu den Elementen Punkt und Linie, zum freihändigen Zeichnen mit der Radiernadel im Ätzgrund.
Mir kommt es dabei sehr auf die Detailgestaltung an, der  ich mich so lange widme, bis ein befriedigender Zustand erreicht ist, was durch einen letzten Probedruck offenbar wird.

Mit der Farbgestaltung beginnt eine neue Phase. Dabei lege ich großen Wert auf die weitgehende Freiheit, die mir durch das Auftragen aller Farben auf die eine Platte gegeben ist. Ich experimentiere mit verschiedenen Farbtönen, Übergängen und Vermischungen, so dass die unterschiedlichsten Varianten entstehen. Da ich nur selten eine größere Anzahl von Drucken von derselben Platte nacheinander anfertige, sind die Farbgebungen oft von momentanen Stimmungen abhängig und damit auch zeitbezogen.


Im Arbeitsbereich Malerei ist für mich durch das Arbeiten mit Öl-Acryl-Mischtechnik auf Leinwand  eine neue gestalterische Möglichkeit  entstanden. Geplant wird nur ein Grundgerüst, mit dem Auftragen der ersten Farben oder auch der Spachtelmasse beginnt der Entstehungsprozess, dessen Ergebnis noch offen ist.
Erst im Verlauf des Arbeitsprozesses entwickelt sich zunehmend die Vorstellung davon, wie das Arbeitsergebnis sein soll und letztlich sein wird.
Das spontane Arbeiten ist für mich ein reizvoller interaktiver Prozess, der unmittelbar  seine Wirkung  auf der Leinwand erzeugt.